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Hallo ihr Lieben!

Seit nun gut zwei Monaten bin ich wieder zurück in Jerryland. Nach einer nicht immer ganz einfachen Zurück- Gewöhnungsphase ( an den schier übervollen Kühlschrank, die vielen Menschen und das kalte Wetter) gibt es nun eine Zusammenfassung meiner drei Monate in der Ferne, mit Bildern und allem Drum und Dran.

Zu sehen (und natürlich lesen) ist das ganze HIER in dem Blog von Ben Hammer , den ich letztes Jahr bei einem Interview mit Steffen Böttcher kennen lernen durfte und der mir angeboten hat, meine Erlebnisse zu veröffentlichen. Darauf bin ich mächtig stolz

An dieser Stelle noch mal ein riesiges Dankeschön, Ben!!!

 

 

 

 

4.1.14 13:15


24.9.13 13:32


Urlaub vom Urlaub

Der nächste Roadtrip steht an- diesmal fahren wir mit einem Truck und vier Pferden in die Kalahari, wo man in einer Lodge Nachschub an Touripferden braucht. Und wieder fahren wir, wie sollte es auch anders sein, durch die Wüste. Nach drei Stunden stehen  wir mitten im Niemandsland und haben einen pappen Reifen. Die Sonne knallt erbarmungslos auf uns nieder und wird von dem hellen Sand auch noch reflektiert. Wenn man dem Straßenverlauf mit den Augen folgt, kann man ab einem bestimmten Punkt keine Straße (bzw. Sandpiste) mehr erkennen, so sehr flimmert die Luft.

Und während Dani und ich etwas hilflos und vor allem sehr erhitzt neben dem Truck stehen, liegt der Cowboy darunter und schraubt an dem Reifen herum. Gerade, als er zur Hälfte unter dem Gefährt verschwunden ist, beginnen die Pferde unruhig zu werden und der Truck schaukelt bedenklich stark hin und her. Ich versuche angestrengt, mir keine Horrorvisionen auszumalen und ein zuversichtliches Gesicht zu machen. Ob das nun geklappt hat oder nicht- nach einer Weile hat das Bangen ein Ende und wir können weiter fahren.

In der Lodge werden wir herzlich begrüßt, müssen beim Essen vor den Gästen aufstehen, um uns als den „Cowboy und die beiden Cowgirls“ beklatschen zu lassen und bekommen mit Sicherheit das beste Essen Namibias. Als wir satt und zufrieden am Tisch sitzen, werden wir gefragt, ob wir nicht mit zur Jagt fahren wollen jeder einen Springbock schießen für das Capaccio am nächsten Abend. Zuerst nehmen wir die Frage nicht ganz ernst und geben ein lachendes „Ja klar“ zur Antwort. Damit ist das Thema für uns fürs erste beendet, doch als plötzlich alle aufstehen und uns andeuten, wir sollen uns neben das Gewehr ins Auto setzen, wird uns klar, dass die Frage durchaus ernst gemeint gewesen war.

Zwei Stunden später kommen wir mit Blut im Gesicht und zwei Springböcken am Wagen wieder zurück. Beide haben wir beim ersten Schuss getroffen, eine gute „Ente“ also. Es gibt hier die Tradition, dass man das Blut des ersten Tieres, das man schießt, in das Gesicht und die Haare geschmiert bekommt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es schon und es riecht streng, aber es gehört eben dazu. Ich glaube, ich habe mich noch nie so wild gefühlt wie in diesem Augenblick, als ich mit blutverschmiertem  Gesicht, der soeben erlegten Beute hinter mir und dem kalten Kalahariwind um die Ohren durch die Nacht fahre.

 

Den nächsten Tag verbringen wir zum größten Teil Rock Shandy trinkend am Pool, während hinter unseren Liegestühlen genüsslich ein Springbock grast (dieses zahme Exemplar haben wir verschont).

Am darauffolgenden Tag, dem letzten unseres Aufenthalts hier, begleiten wir einen Touriausritt durch die Dünen. Das deutsche Ehepaar ist mit dem Fortbewegungsmittel Pferd nicht so vertraut und dementsprechend eingeschüchtert sitzen die beiden auf dem Pferderücken in der Hoffnung, einfach eine Weile gemütlich durch den Sand geschaukelt zu werden und ein paar nette Erinnerungsfotos zu schießen. Doch da haben sie die Rechnung ohne das kleine Pony gemacht, das uns unbemerkt gefolgt ist. Es entpuppt sich als Tourischreck und hat großen Spaß daran, sich hinter den Büschen zu verstecken, um dann die Tourireitpferde zu erschrecken. Immer wieder wiederholt der Kleine dieses Spiel und ich bilde mir ein, ihn breit grinsen zu sehen, wenn die Frau Quietschlaute von sich gibt und der Mann sich, von Sekunde zu Sekunde bleicher werdend, an seinem Sattel festklammert, bis seine Hände ganz weiß und sein Kopf erschreckend rot ist. Auch ich muss mich schwer zusammen reißen um nicht laut los zu lachen, wenn ich in ihre angsterfüllten Gesichter sehe, sobald ihr Pferd ein bisschen schneller läuft.

So geht der Urlaub vom Urlaub zu Ende, mit einem Sundowner auf den Dünen der Kalahari, einer Sandschlacht, einem Savana und einem Touripaar das froh ist, wieder Sand unter den Füßen zu haben.

23.9.13 22:19


Roadtrip

Ein neues Abenteuer im Abenteuer beginnt: ein Roadtrip nach Lüderitz steht an. Ich packe Opas alten Wanderrucksack (ich hoffe übrigens, er wird nicht vermisst) und schon brausen Dani, der Cowboy und ich im Geländewagen durch die Wüste in Richtung Meer. Auf dem Weg sehen wir die ältesten Dünen der Welt, Fatamoganas und alle paar Kilometer mal ein Auto. Die Landschaft ändert sich ständig; rote Dünen verwandeln sich in weiße, Hügellandschaften werden zu schier endlosen Ebenen, aus einem blauen Himmel wird ein Sandsturm. Ich wünsche mir, ein Schwamm zu sein, um all diese Bilder und Farben in mir aufzusaugen. Nach den ersten zwei Stunden Fahrt setzen wir unseren Weg auf einer asphaltierten Straße fort- der erste Asphalt nach einem Monat! Irgendwie sieht er unnatürlich aus in der sonst so unberührten Umgebung.

Einige Kilometer vor der Küste erstreckt sich links von uns die Geisterstadt Kolmanskop. Mitten aus dem Nichts taucht eine Siedlung aus verblichenen Häusern mit kaputten Fenstern auf. Einst lebten hier die Diamantensucher, bis die Diamanten in diesem Gebiet rar wurden und man weiter zog.

Nach einer besonders großen Hügelkuppe kommt der erste Streifen Meer in Sicht. Wir drehen „Seaside“ von The Kooks auf volle Lautstärke und genießen für eine Weile den rauen Küstenwind und den Meerduft, den er uns entgegen trägt, bevor wir zu unserer Pension fahren. Wir wohnen bei Debbie in einem süßen Appartement, das sie mit viel Liebe zum Detail eingerichtet hat. Schnell wird ausgepackt und dann sitzen wir auch schon wieder im Auto, um die Stadt zu erkunden. Lüderitz ist ein charmantes kleines Städtchen, das gerade so groß ist, um nicht verschlafen zu wirken und gerade so klein, um gemütlich zu sein.

Als wir uns in einem Restaurant mit Blick auf den Hafen und die dahinter liegende Wüste mit einer Riesenportion Fleisch stärken, betritt eine Hochzeitsgesellschaft mitsamt Fotograf das Bild. Und als wir uns nach draußen rollen und ich meine Kamera auspacke um eigentlich die alten Fischerboote vor dieser einzigartigen Kulisse zu fotografieren, habe ich plötzlich eine aufgeregt schnatternde Hochzeitsgesellschaft vor der Linse, die selbstbewusst post und das strahlendste Lächeln auspackt. Beglückt mache ich ein paar Aufnehmen und freue mich über die Offenheit und Neugier, mit der man mir begegnet. Nur der Fotograf schaut etwas grimmig drein…

Für den Sundowner schleichen wir uns auf einen Balkon eines Hotels und sehen, die Füße auf dem Geländer, der Sonne beim ertrinken zu.

 

Der nächste Morgen nach einem noch feucht fröhlichen Abend beginnt mit einem Kater und einem Schrecken: gerade haben wir damit begonnen, unsere Einkaufswagen im Supermarkt zu befüllen, als wir feststellen, dass in dieser Nacht die Uhr um eine Stunde umgestellt wurde. Wir haben also noch genau eine Viertelstunde Zeit, um vom Supermarkt einige Kilometer aus der Stadt hinaus zur Geisterstadt zu fahren, wo wir eine Führung mitmachen wollen. Also heute kein Frühstück. Dank Vierradantrieb kommen wir fast noch pünktlich, halten in einer großen Staubwolke vor dem Haus in dem die Führung beginnt und treffen dort auf eine Touritruppe voller Klischeedeutscher. Man muss dazu sagen, dass wir drei Boots und wegen der heute besonders hohen Lichtempfindlichkeit vor allem große Sonnenbrillen tragen und meine Hose ist auch nicht das, was man sauber nennen könnte. Wir fallen also auf. Trotzdem murmelt der Cowboy nach dem ersten Blickkontakt mit der Touritruppe vor sich hin, dass er sich noch nie so als Touri gefühlt hat. Leider muss ich ihm zustimmen.

Eine seltsame Krankheit muss die Reisetruppe befallen haben: sobald sie einen Raum betreten, schnellen, noch bevor sie sich orientiert haben, ihre Hände mitsamt Kameras nach oben und betätigen unablässig den Auslöser. Wenn man die Augen zumacht, könnte man meinen, man stünde inmitten einer Schlacht, so laut ist das Klicken der Kameras.  Mit großen Augen betrachte ich das Schauspiel. Der hagere Mann neben mir mit dem großen Schlapphut und dem Outdoor Karohemd fotografiert gerade mit leidenschaftlichem Gesichtsausdruck ein löchriges Wasserrohr vor grauem Hintergrund und danach die Holzdielen auf dem Fußboden. Vielleicht bin ich heute Morgen nicht ganz auf der kreativen Höhe und sehe die Magie nicht, die sich hinter dem Rohr und unter den Dielen versteckt. Oder dieser Mann ist einfach ein Spinner.

Aus Protest lasse ich während der gesamten Führung meine Kamera eingepackt und beschließe, stattdessen später allein loszuziehen.

Nach einem Mittags-Frühstück mit Bockifleisch fahren wir ein Stück an der Küste entlang vorbei an Kitesurfern und Flamingos zum Dias Point, wo wir in einem urigen kleinen Fischercafé den besten Nuss- Schokokuchen der Welt essen und den Sundowner genießen.

                                                                                                                         

Am nächsten Morgen packen wir schon wieder zusammen, um nach einem kurzen Besuch bei der Bank und dem Supermarkt den Heimweg anzutreten. Leider klappt das Vorhaben, den Bankbesuch kurz zu halten, nicht- ich weiß die PIN meiner Kreditkarte nicht genau und habe die Wahl zwischen drei verschiedenen Endziffern. Drei Möglichkeiten, drei Versuche. Das passt doch. Eigentlich. Denn nach dem ersten missglückten Versuch stehe ich ohne Kreditkarte vor einem Automaten, der auf nichts mehr reagiert, und schaue wir ein Auto. Doch zum Glück gibt es hier auskunftsfreudige Bankmitarbeiter, die es in einer Rekordzeit von gerade mal einer Dreiviertelstunde schaffen, meine Karte zu befreien. Noch nie war ich so glücklich, ein Stück Plastik in der Hand zu halten! Geld habe ich zwar trotzdem keines, aber das ist mir jetzt auch egal.

 

Auf dem Rückweg fahren wir noch bei den „Nachbarn“ vorbei, die gerade mal zwei schlappe Stündchen weiter wohnen, um Tauben abzuholen. Die Fahrt auf dem Farmgelände ist wie eine Safari- Giraffen, Zebras, Nashörner, weiße Springböcke, Büffel, Elands und Oryxe laufen uns über den Weg, ein Oryx sogar fast vor unser Auto. Zur Zeit werden hier neue Lodges gebaut und nach einem Rundgang mit der Farmbesitzerin haben Dani und ich einen Job für nächstes Jahr, sobald die Bauarbeiten beendet sind.

Als wir aus der Hofeinfahrt fahren, verfolgt uns ein Nashornmännchen. Aus direkter Nähe ist die Größe eines solchen Hornes nicht zu verachten. Eine gezielte Bewegung und dieses zierliche Tierchen könnte unser Auto aufschlitzen wir eine Konservendose. Aber nach einigen, sehr langen, Metern wendet es sich einem neuen Gegner zu- ein anders Nashornmännchen ist ihm zu nahe gekommen und mit lautem Gebrüll rennen wir beiden Kolosse in einer Staubwolke aufeinander zu. Zeit zu veschwinden!

23.9.13 08:48


Die Schlangengeschichte

Mitten in der Nacht werde ich plötzlich aus meinem Traum gerissen, in dem ich an einem Waldsee sitze und Delfinen beim Springen zusehe. Augenblicklich bin ich hellwach und mein Puls in einem Bereich, den man sicherlich nicht als „gesund“ bezeichnen würde. Neben meinem Ohr zischt es. Eine Schlange! Nahe, viel zu nahe für meinen Geschmack. Ich traue mich nicht, die Augen zu öffnen, so groß ist die Angst, in ein geöffnetes Maul zu blicken. Lieber sterbe ich mit einem schönen Bild im Kopf, denke ich mir und suche fieberhaft nach einem, das mit passend für diese Gelegenheit erscheint. Während mir dies durch den Kopf geht, halte ich die Luft an. Das Zischen hat aufgehört.

Vorsichtig, fast zaghaft atme ich aus und wieder ein. Da ist es wieder! Ich halte die Luft an. Es ist weg. Ich atme. Es ist wieder da.

Ein paar Mal wiederhole ich dieses Spiel bis ich begreife: die Schlange und ich sind ein und dieselbe Person!

Weil wir gerade kein warmes Wasser haben, habe ich nach der abendlichen Eisdusche mit nassen Haaren geschlafen und einen ziemlichen Schnupfen bekommen. Na toll! Noch nicht einmal nachts hat man Ruhe vor sich selbst. Ich ärgere mich noch ein bisschen über mich selbst und schlafe dann, vorsichtig atmend, wieder ein.

25.8.13 16:37


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