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Welcome to Namibia!

Der Flug nach Johannesburg dauert 10 Stunden lang... Anfangs begeistert mich noch das große Filmangebot, aber dann werde ich schnell müde und  möchte eigentlich schlafen, doch trotz großer Beinfreiheit (die nette Frau am Schalter hat uns die sichersten Plätze direkt neben dem Notausgang gegeben) sitze ich noch lange wach.

Zu „uns“ gehört übrigens Dani, meine Mit(st)reiterin. Gestern am Flughafen haben wir uns zum ersten Mal gesehen, es ist also noch ganz frisch mit uns. Aber wir haben schnell festgestellt, dass wir aus dem gleichen Holz geschnitzt sind. Wir bilden ein perfektes Chaos Team und haben schon jetzt eine Menge Spaß zusammen.

 

Der nächste Morgen beginnt mit einem Katergefühl und dazu passendem Frühstück mit Sausages und crumbled eggs. Doch das flaue Magengefühl verabschiedet sich schnell bei dem Anblick des Sonnenaufgangs und den afrikanischen Landschaften, die unter uns langsam erwachend aus der Dämmerung auftauchen. Ab diesem Augenblick bekomme ich das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht.

 

Wie oft habe ich mir ausgemalt wie es sich anfühlen wird, nach langem Planen, Vorbereiten und Träumen endlich(!) auf afrikanischem Boden zu stehen. Die ernüchternde Antwort: kalt! So kalt, dass wir aus dem Flugzeug eine Decke mitgehen lassen und mit Freuden (und aus wärmetechnischen Gründen) „laufender Teppich“ spielen.

Der zweite Eindruck stimmt mich deutlich fröhlicher- eine gut gelaunte Putzfrau trällert Putzlappen schwingend ein Lied und lässt dazu einige Tanzschritte anmuten. Und überhaupt- die Stimmung am Flughafen ist, entgegen dem deutschen, sehr entspannt.

Während Dani und ich Zähne putzend im Waschraum stehen, betritt eine weitere Frau das Bild, lässt noch in der Eingangstür zum Toilettenbereich ihre Hose runter und setzt sich bei offener Tür auf den Pott. Wenn das mal keine Begrüßung ist…

 

Vollkommen in eine Zeitschrift vertieft, warten wir auf den Anschlussflug nach Windhuk, als ich aus dem Augenwinkel eine Hand bemerke, die sich nach meinem Koffer ausstreckt und ihn am Griff packt. Mit einem überraschten Fauchlaut (vielleicht wäre eine direkte Ansprache in drohendem Ton angebrachter gewesen) gewinne ich wieder Macht über mein gutes Stück (und vor allem die Kamera!). Von diesem Moment an schaue ich vorsorglich böse an jeder Hand hinauf, die sich ihm meiner Ansicht nach zu sehr nähert.

 

Offensichtlich nimmt der Afrikaner die Kälte mit Humor- ein Flughafenarbeiter, der noch wenige Minuten vor Abflug an unserer Maschine schraubt, trägt Ohrenwärmer im Leopardenmuster…

Der Wind spielt Ping Pong mit unserer Maschine, wir fallen von einem Luftloch ins nächste, sodass mein Sitznachbar sich irgendwann entnervt abwendet, als ich den dritten Löffel Reis versehentlich über seinem Tischchen entleere.

Aber wir kommen, mit flauem Magengefühl zwar, gut in Windhuk an. Welch ein angenehmer Gedanke, die nächsten drei Monate kein Flugzeug besteigen zu müssen!

 

Nun wartet die nächste Hürde- findet den schwarzen Fahrer! Es gibt in der Empfangshalle viele, die auf diese Beschreibung passen würden, jedoch versucht uns jeder anwesende Taxifahrer davon zu überzeugen, dass er der gesuchte Mann ist. Schließlich erbarmt sich eine nette deutsche Frau unser, die ihrerseits auf eine Praktikantin wartet. Da deren Koffer verloren ging, haben wir eine Weile Zeit, um uns auszutauschen und wir nehmen ihr Angebot, uns erst einmal mitzunehmen, dankend an. Da sitzen wir also in einem sandigen Toyota und brausen die 50km bis in die Stadt. Auf dem Weg begegnen uns Warzenschweine, ein Affe und gefühlt alle paar Meter eine Gruppe Menschen, die anscheinend eine Autopanne haben und die Gelegenheit zum Picknick am idyllischen Straßenrand nutzen. Anders kann ich mir ihre Ortswahl nicht erklären…

Ist das schön hier!

Bei der freundlichen Frau angekommen versuchen wir, die Ranchbesitzer zu kontaktieren, die uns morgen früh anholen werden. Die sind im ersten Augenblick sehr erstaunt, dann aber froh, dass wir gut untergekommen sind. Drei Stunden später allerdings rufen sie zurück- das wäre ihnen doch alles nicht so geheuer, sie wollten uns gerne persönlich sprechen. Blöd nur, dass Dani und ich zu diesem Zeitpunkt irgendwo im Parkhaus den Einkauf in das Auto räumen und nicht erreichbar sind. So langsam wird man an der andreren Seite der Leitung nervös- man wird die beiden Mädchen doch nicht entführt haben?!

Doch dieses Missverständnis lässt sich irgendwann aufklären und wir lassen den Abend in einem Restaurant ausklingen (dem leider die Würmer ausgegangen sind, weshalb wir auf diese Erfahrung leider verzichten müssen).

Morgen früh geht es weiter zur Ranch, 700km durch das Niemandsland…

2.8.13 23:48


1. August

Der Abschied von Zuhause fiel nicht leicht, aber leichter als ich gedacht hatte. Auf die Frage hin, ob es nicht doch irgendwie bereuen würde, jetzt weg zu gehen, konnte ich nach kurzem Nachdenken nur mit „Nein“ antworten. Nein, denn es ist der richtige Zeitpunkt und nein, denn die Vorfreude auf das, was jetzt kommt, ist RIESIG.

Jetzt gibt es kein Zurück mehr- ich sitze im Zug nach München und lasse das grüne Deutschland an mir vorbei ziehen. So viel Grün auf einmal werde ich wohl lange nicht zu sehen bekommen…

Nach einem leichtfüßigen Sprint mitsamt Rucksack und Koffer (an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Bahn, die sich in Puncto Pünktlichkeit mal wieder selbst zu übertreffen versuchte) stolpere ich mit hängender Zunge  in meinen Anschlusszug und beginne mit meiner Platzsuche. Dabei scheuche ich eine Seniorenreisegruppe auf, indem ich den netten Damen und Herren anscheinend sehr überzeugend klar mache, dass sie sich vertan haben und nun leider meinen Platz räumen müssen. Großzügig winke ich die Entschuldigungen ab. Kann ja jedem mal passieren…  Froh, die Last von meinem Rücken endlich los zu werden, lasse ich mich in den Sitz sinken. Puh, ist das warm hier drinnen!

Dass dies gar nicht mein Platz ist, erklärt mir die streng blickende Schaffnerin einige Minuten später. Also beginnt die Platzsuche auf ein Neues. Während die netten Senioren auf mein Gepäck aufpassen, wanke ich suchend durch den Zug, falle in einer starken Rechtskurve beinahe auf einen kleinen wollig- weißen Fiffi, finde den Platz meiner Begierde und krieche zum Dank für das Gepäckbewachen auf allen Vieren durch das Abteil, um Deckel einer Trinkflasche zu finden („Sie haben es ja noch nicht so im Rücken…"

Wenigstens hat mein neues Abteil eine funktionierende Klimaanlage und freundlich winkend lasse ich die anderen Fahrgäste in ihrer Sauna zurück.

Nach all der Anstrengung würde ich gern etwas trinken, aber ich habe lediglich eine leere Flasche dabei. Und für die nächsten fünf Stunden gibt es keine Möglichkeit, diese durch eine volle zu ersetzen. Kurz blitzt der Gedanke auf man könnte doch am Wasserhahn… Aber nein, die Tabletten für bzw. gegen Durchfall sind irgendwo in den Tiefen des Rucksacks vergraben und ich muss es ja nicht schon zu Beginn der Reise darauf anlegen. Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als mich schon jetzt auf Wüste einzustellen.

 

Vielen lieben Dank für all die lieben Worte, die ihr mir mit auf den Weg gegeben habt!

 

2.8.13 23:40


Lea goes Namibia

Ihr Lieben!

So, nun geht es also los. Das Abenteuer Namibia beginnt. Der Rucksack ist gepackt und (hoffentlich) alle Vorbereitungen getroffen. Morgen früh werde ich gen München fahren und von dort aus über Johannesburg nach Windhuk. Dort werde ich die nächsten drei Monate auf einer Ranch in den Tirasbergen verbringen. Umgeben von Rindern, Mustangs und Straußen, Sonne und sehr, sehr viel Sand.

Langsam werde ich nervös. Obwohl 23kg Gepäck erlaubt sind, habe ich gerade mal niedliche 13kg in meinem Rucksack verstaut. (Vielleicht habe ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich mit System gepackt?) Kann da überhaupt alles dabei sein, was ich für meinen Abenteuer-Ranchaufenthalt brauche? Und was brauche ich überhaupt? Um ehrlich zu sein habe ich nicht wirklich eine Ahnung von dem, was mich dort erwartet. Und um noch ehrlicher zu sein finde ich das ziemlich gut. Es einfach auf sich zukommen lassen, geschehen lassen was passiert, keinen Plan haben. Das ist genau so, wie ich es wollte.

Das wird schon am Zielflughafen anfangen: "Ein schwarzer Fahrer holt euch am Flughafen ab!" Eine super Sache, so ein Fahrer. Aber bitte wie findet man in Afrika den schwarzen Fahrer?! Man darf also gespannt sein, ob wir das Hotel, die Bleibe für die erste Nacht, finden. Aber: Es einfach auf sich zukommen lassen. Wir werden schon ankommen...

In diesem Sinne: Bye bye Germany! Wir sehen uns in drei Monaten, dann braun gebrannt und voller neuer Eindrücke und Erfahrungen im Gepäck...

Liebste Grüße, ich freue mich, von dem ein oder anderen von euch in einer Mail zu hören!

1.8.13 00:12


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