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Urlaub vom Urlaub

Der nächste Roadtrip steht an- diesmal fahren wir mit einem Truck und vier Pferden in die Kalahari, wo man in einer Lodge Nachschub an Touripferden braucht. Und wieder fahren wir, wie sollte es auch anders sein, durch die Wüste. Nach drei Stunden stehen  wir mitten im Niemandsland und haben einen pappen Reifen. Die Sonne knallt erbarmungslos auf uns nieder und wird von dem hellen Sand auch noch reflektiert. Wenn man dem Straßenverlauf mit den Augen folgt, kann man ab einem bestimmten Punkt keine Straße (bzw. Sandpiste) mehr erkennen, so sehr flimmert die Luft.

Und während Dani und ich etwas hilflos und vor allem sehr erhitzt neben dem Truck stehen, liegt der Cowboy darunter und schraubt an dem Reifen herum. Gerade, als er zur Hälfte unter dem Gefährt verschwunden ist, beginnen die Pferde unruhig zu werden und der Truck schaukelt bedenklich stark hin und her. Ich versuche angestrengt, mir keine Horrorvisionen auszumalen und ein zuversichtliches Gesicht zu machen. Ob das nun geklappt hat oder nicht- nach einer Weile hat das Bangen ein Ende und wir können weiter fahren.

In der Lodge werden wir herzlich begrüßt, müssen beim Essen vor den Gästen aufstehen, um uns als den „Cowboy und die beiden Cowgirls“ beklatschen zu lassen und bekommen mit Sicherheit das beste Essen Namibias. Als wir satt und zufrieden am Tisch sitzen, werden wir gefragt, ob wir nicht mit zur Jagt fahren wollen jeder einen Springbock schießen für das Capaccio am nächsten Abend. Zuerst nehmen wir die Frage nicht ganz ernst und geben ein lachendes „Ja klar“ zur Antwort. Damit ist das Thema für uns fürs erste beendet, doch als plötzlich alle aufstehen und uns andeuten, wir sollen uns neben das Gewehr ins Auto setzen, wird uns klar, dass die Frage durchaus ernst gemeint gewesen war.

Zwei Stunden später kommen wir mit Blut im Gesicht und zwei Springböcken am Wagen wieder zurück. Beide haben wir beim ersten Schuss getroffen, eine gute „Ente“ also. Es gibt hier die Tradition, dass man das Blut des ersten Tieres, das man schießt, in das Gesicht und die Haare geschmiert bekommt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es schon und es riecht streng, aber es gehört eben dazu. Ich glaube, ich habe mich noch nie so wild gefühlt wie in diesem Augenblick, als ich mit blutverschmiertem  Gesicht, der soeben erlegten Beute hinter mir und dem kalten Kalahariwind um die Ohren durch die Nacht fahre.

 

Den nächsten Tag verbringen wir zum größten Teil Rock Shandy trinkend am Pool, während hinter unseren Liegestühlen genüsslich ein Springbock grast (dieses zahme Exemplar haben wir verschont).

Am darauffolgenden Tag, dem letzten unseres Aufenthalts hier, begleiten wir einen Touriausritt durch die Dünen. Das deutsche Ehepaar ist mit dem Fortbewegungsmittel Pferd nicht so vertraut und dementsprechend eingeschüchtert sitzen die beiden auf dem Pferderücken in der Hoffnung, einfach eine Weile gemütlich durch den Sand geschaukelt zu werden und ein paar nette Erinnerungsfotos zu schießen. Doch da haben sie die Rechnung ohne das kleine Pony gemacht, das uns unbemerkt gefolgt ist. Es entpuppt sich als Tourischreck und hat großen Spaß daran, sich hinter den Büschen zu verstecken, um dann die Tourireitpferde zu erschrecken. Immer wieder wiederholt der Kleine dieses Spiel und ich bilde mir ein, ihn breit grinsen zu sehen, wenn die Frau Quietschlaute von sich gibt und der Mann sich, von Sekunde zu Sekunde bleicher werdend, an seinem Sattel festklammert, bis seine Hände ganz weiß und sein Kopf erschreckend rot ist. Auch ich muss mich schwer zusammen reißen um nicht laut los zu lachen, wenn ich in ihre angsterfüllten Gesichter sehe, sobald ihr Pferd ein bisschen schneller läuft.

So geht der Urlaub vom Urlaub zu Ende, mit einem Sundowner auf den Dünen der Kalahari, einer Sandschlacht, einem Savana und einem Touripaar das froh ist, wieder Sand unter den Füßen zu haben.

23.9.13 22:19
 


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